News & Presse

Freundeskreis übergibt Forschungsbibliothek Gotha restaurierte Handschrift


Erfolgreicher Sammlungsaufruf des Freundeskreises

Sammelband Plathner

Sammelband mit den Briefen des Weimarer Gelehrten Günther Heinrich Plathner aus den Jahren 1637 bis 1657

Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha übergibt 3.000,- EUR für die Restaurierung einer Handschrift .

Der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. hat eine positive Bilanz des Spendenaufrufs gezogen, der im Rahmen der Ausstellung „Himmelsspektakel. Astronomie im Protestantismus der Frühen Neuzeit“ für die Restaurierung einer frühneuzeitlichen Handschrift gestartet worden war. Bis zum Ende der Ausstellung am 21. Juni 2015 wurden insgesamt 2.460,40 EUR gespendet, wie der Vorsitzende des Freundeskreises, Herr Prof. Dr. Georg Schuppener, mitteilte. Das sei ein sehr erfreuliches Ergebnis. Der Freundeskreis erhöhe diese Summe aus eigenen Mitteln auf insgesamt 3.000 EUR, die der Bibliothek demnächst für die dringend notwendige Restaurierung der frühneuzeitlichen Handschrift zur Verfügung gestellt werden. Da damit nicht die gesamten Kosten der Restaurierung gedeckt werden können, sind Spenden weiterhin willkommen.
Bei der Handschrift, die in der Ausstellung gezeigt wurde, handelt es sich um einen Teil des Briefwechsels von Günther Heinrich Plathner mit insgesamt 139 Briefen aus dem Zeitraum von 1637 bis 1657. Was diese Handschrift für die Sammlung der Forschungsbibliothek Gotha so bedeutsam macht und weshalb der Freundeskreis die Restaurierung so großzügig unterstützt, sind insbesondere die engen Gothaer und Thüringer Bezüge der in diesem Band enthaltenen Briefe. Unter den Briefen bedeutender Gelehrter an Plathner befinden sich solche der Gothaer Gymnasialdirektoren Johann Weitz (8) und Andreas Reyher (1) sowie von mehreren Jenaer Professoren, wie z.B. Johann Michael Dilherr (8), Johannes Major (3) Erhard Weigel (3) und Johannes Zeisold (3), in denen astronomische, aber auch vielfältige wissenschaftspolitische Fragen intensiv diskutiert werden.
Der angesehene Jurist Plathner (1592-1657) gewann als hoher fürstlicher Beamter am Hof Herzog Wilhelms IV. von Sachsen-Weimar Einfluss, wo er die herzogliche Politik nach seiner Ernennung am 5. Januar 1641 zum Hof- und Konsistorialrat mitgestaltete. So wurde Plathner 1644 u.a. neben dem Gothaer Generalsuperintendenten Salomon Glass als einer der Bevollmächtigten zur Visitation der Universität Jena, des Hofgerichts und des Schöppenstuhls herangezogen. Er galt als kundiger Philologe und betätigte sich auch literarisch. Sein Briefwechsel belegt sein breites Interessensspektrum, insbesondere auch in der Astronomie. Plathner war der Schwiegervater von Johann Ernst Gerhard (1621-1668), über dessen Nachlass (Bibliotheca Gerhardina) die Sammlung in den Bestand der Forschungsbibliothek Gotha kam.
Mit der Geldübergabe, so betonte Prof. Schuppener, unterstreiche der Freundeskreis sein Bemühen, die Forschungsbibliothek Gotha bei der Bewahrung ihrer einzigartigen Sammlung an Handschriften und Alten Drucken zu unterstützen. Wer den Freundeskreis dabei unterstützen will, ist als Mitglied sehr willkommen. Weitere Informationen hierzu finden sich auf der Homepage des Freundeskreises.


Pressemitteilung der Universität Erfurt vom 24.06.2015

6.500 BESUCHER
„Himmelsspektakel“ war ein Publikumsmagnet

Die von der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt und der Physikalisch-Astronomischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena gemeinsam durchgeführte Ausstellung „Himmelsspektakel. Astronomie im Protestantismus der Frühen Neuzeit“ ist am 21. Juni 2015 mit großem Erfolg zu Ende gegangen. Fast 6.500 Besucherinnen und Besucher kamen zur Schau in den Spiegelsaal auf Schloss Friedenstein.

„Die Ausstellung ist ein großer Erfolg für uns“, sagt Dr. Kathrin Paasch, Leiterin der Forschungsbibliothek Gotha. „Besonders freue ich mich, dass es uns gelungen ist, mit der Astronomie-Geschichte der Frühen Neuzeit ein naturwissenschaftliches Thema für die breite Öffentlichkeit aufzubereiten.“ Hierzu habe insbesondere die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Karl-Heinz Lotze von der FSU Jena beigetragen. Die Ausstellung sei ein Ansporn, auch künftig verstärkt naturwissenschaftliche Themen in Kooperation mit anderen wissenschaftlichen Institutionen anzubieten. Ein besonderer Dank gehe an die Ernst-Abbe-Stiftung in Jena, die die Ausstellung großzügig unterstützt habe, sowie an die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha für die Leihgaben.

Die Ausstellung konnte auf die reichhaltigen Bestände der Forschungsbibliothek Gotha zur Astronomie-Geschichte zurückgreifen, die im 17. und 18. Jahrhundert insbesondere durch die beiden Herzöge Ernst I. und Ernst II. zusammengetragen worden sind. Sie zeigte zugleich, welche Bedeutung die Astronomie im Herzogtum Sachsen-Gotha hatte. Hierfür stand einmal mehr der Schulrektor des seinerzeit berühmten Gothaer Gymnasiums, Andreas Reyher (1601–1673), der nicht nur eigene Beobachtungen durchgeführt und diese sorgfältig dokumentiert hat, sondern seine Schüler quasi in Echtzeit mit den neuesten Entwicklungen in der Astronomie rund um Galileo Galilei und Johannes Kepler vertraut gemacht hat. Die Ausstellung knüpfte so an die lange Tradition der Astronomie-Geschichte in Gotha an.

Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog erschienen, der per E-Mail unter der Adresse bibliothek.gotha(at)uni-erfurt.de zum Preis von 24 Euro bestellt werden kann. Ferner findet man in der virtuellen Ausstellung (http://himmelsspektakel.uni-erfurt.de) gebündelte Informationen zum „Himmelsspektakel“, einen Überblick über die Sektionen, Kurzbeschreibungen und Biografien zu den wichtigsten Astronomen, E-Cards zum Download und vieles mehr.


Zusatzführung

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt und die Physikalisch-Astronomische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena bieten wegen der starken Nachfrage zum Abschluss der Ausstellung „Himmelsspektakel. Astronomie im Protestantismus der Frühen Neuzeit“ eine letzte Sonderführung im Spiegelsaal auf Schloss Friedenstein an. Sie findet am Samstag, 20. Juni, um 15 Uhr statt.

Kurz vor Abschluss der Veranstaltung zeichnet sich ein großer Erfolg der Ausstellung ab, die bereits von mehr als 5.000 Personen besucht worden ist. Die „kleine, aber feine“ Ausstellung (so die Bezeichnung in der FAZ vom 20.5.2015) zeichnet den Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion in der Frühen Neuzeit nach, wie er exemplarisch am Wandel des astronomischen Weltmodells vom Geozentrismus zum Heliozentrismus verdeutlicht werden kann. Der Zugang zu diesem anspruchsvollen Thema wird dabei durch die Schönheit der Objekte mehr als versüßt: Sowohl die dreidimensionalen astronomischen Instrumente wie die Hahn‘sche Weltmaschine oder der Weigel‘sche Himmelsglobus als auch die Alten Drucke mit ihren prachtvollen Holzschnitten bzw. Kupferstichen sind von atemberaubender Schönheit und intellektueller Raffinesse.

Die Sonderführung wird von Prof. Dr. Karl-Heinz Lotze, einem der beiden Kuratoren der Ausstellung, durchgeführt. Der Astronomiedidaktiker wird die Zusammenhänge der astronomischen Revolution zwischen Nicolaus Copernicus über Johannes Kepler, Galileo Galilei und Johannes Hevelius bis hin zu den Thüringer Astronomen Andreas Reyher und Erhard Weigel anschaulich und allgemeinverständlich beschreiben. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für die Restaurierung einer frühneuzeitlichen Handschrift, die in der Ausstellung gezeigt wird, wird jedoch gebeten.


Spendenaufruf

Sammelband Plathner

Sammelband mit den Briefen des Weimarer Gelehrten Günther Heinrich Plathner aus den Jahren 1637 bis 1657

Der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. und die Forschungsbibliothek Gotha rufen gemeinsam zu Spenden für die Restaurierung einer bedeutenden frühneuzeitlichen Handschrift auf. Es handelt sich hierbei um einen Sammelband mit den Briefen des Weimarer Gelehrten Günther Heinrich Plathner aus den Jahren 1637 bis 1657, der u.a. mit den Jenaer Professoren für Mathematik, Physik und Astronomie Erhard Weigel und Johannes Zeisold sowie den Gothaer Gymnasiallehrern Andreas Reyher und Johann Weitz korrespondierte. weiterlesen


Pressestimmen

FAZ vom 20. Mai 2015, Ressort Forschung und Lehre, Regina Mönch schreibt in ihrem Artikel „Schau hier des Himmels Bild: Astronomie und Protestantismus in Gotha“:

  • „diese kleine, großartige Ausstellung“
  • „Im Spiegelsaal haben die Kuratoren Karl-Heinz Lotze (Universität Jena) und Sascha Salatowsky (Forschungsbibliothek Gotha) bedeutende, in ihrer Bildästhetik überwältigend schöne Werke der Frühen Neuzeit versammelt.“

MDR Aktuell vom 12. April 2015, 21.45 Uhr (ab Min. 12:20)

TLZ vom 10. April 2015: http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Planeten-und-Sterne-Gothaer-Forschungsbibliothek-praesentiert-Ausstellung-zum-1661625262

MDR Thüringen Journal vom 8. April 2015, 19 Uhr (ab Min. 16:06)

Porträt-Reihe in der TLZ/Gothaer Tagespost, Kreis Gotha (s. auch Themenangebote):
10. April 2015: Tycho Brahe „Enfant terrible der Astronomie“, S. 16
2./3. April 2015: Erhard Weigel „Einer für alle“, S. 18
27. März 2015: Andreas Reyher „Immer auf der Höhe der Zeit“, S. 19


Pressemitteilung der Universität Erfurt vom 08.04.2015

„HIMMELSSPEKTAKEL“ AUF DEM FRIEDENSTEIN
Neue Ausstellung in der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt bis 21. Juni zu sehen

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt und die Physikalisch-Astronomische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena zeigen vom 12. April bis 21. Juni 2015 im Spiegelsaal auf Schloss Friedenstein die gemeinsam konzipierte Ausstellung „Himmelsspektakel. Astronomie im Protestantismus der Frühen Neuzeit“. Sie veranschaulicht die Entwicklungen der Astronomie im 16. und 17. Jahrhundert, die vor allem von der sogenannten Copernicanischen Revolution des Weltbildes geprägt sind.

Das 16. und 17. Jahrhundert waren aufregende Zeiten für die Astronomie. Zahlreiche Himmelserscheinungen wie Kometen, Supernovae und seltene Wetterphänomene, aber auch die Erfindung des Fernrohrs, mit dem plötzlich tausende neuer Sterne, Sonnenflecken, Mondlandschaften und Jupitermonde zu sehen waren, brachten das geozentrische Weltmodell, wonach die Erde im Mittelpunkt des Universums ruht, ins Wanken. Hierfür stehen berühmte Gelehrte wie Tycho Brahe, Johannes Kepler, Galileo Galilei und Johannes Hevelius, die mit ihren Werken das Verhältnis von Wissenschaft und Religion auf eine vollkommen neue Grundlage stellten. Dieser Kampf um das Weltbild lässt sichtbar werden, wie eng die Astronomie mit der Theologie und einer bestimmten Lesart der Bibel in Wechselwirkung standen und wie groß anfänglich die Vorbehalte gegenüber dem heliozentrischen Weltmodell auch bei Astronomen und Physikern waren.

Die Ausstellung zeigt vor allem den starken Einsatz von Bildern und ganzen Bildprogrammen, um das bisher noch nie Gesehene zu visualisieren. Selten wurden Bücher schöner und aufwendiger gestaltet als zu dieser Zeit. Aus der umfangreichen Sammlung der Forschungsbibliothek Gotha wird eine repräsentative Auswahl an Handschriften, Alten Drucken, Briefen und Erd- und Himmelsgloben gezeigt. Die Ausstellung wird durch astronomische Instrumente wie Fernrohre, Winkelmesser, einem Mauerquadranten, der berühmten Hahnschen Weltmaschine und einem Gemälde von Erhard Weigel ergänzt, die leihweise von der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha sowie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur Verfügung gestellt werden.

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags sowie feiertags (mit Ausnahme Pfingstmontag), 10 bis 17 Uhr, geöffnet. Der Eintritt ist frei. Sonderführungen finden am 15.4., 29.4., 13.5. und 27.5. jeweils um 17 Uhr sowie am 16.5. und 13.6. jeweils um 15 Uhr statt. Weitere Führungen sind nur nach Anmeldung möglich. Übrigens: Wer die Schau nicht persönlich besuchen kann, hat im Internet unter: himmelsspektakel.uni-erfurt.de die Möglichkeit zu einem Spaziergang durch die dazugehörige virtuelle Ausstellung.

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog, der zehn Fachbeiträge von ausgewiesenen Kennern der Astronomie- und Astrologiegeschichte sowie einen ausführlichen Katalogteil enthält. Der Katalog kann unter der Telefonnummer 0361/737-5540 oder per E-Mail über bibliothek.gotha@uni-erfurt.de bestellt werden.

http://www.uni-erfurt.de/uni/einrichtungen/presse/pressemitteilungen/2015/39-2015/


Themenangebote

Immer auf der Höhe der Zeit“ – Andreas Reyher und die Astronomie im Unterricht

Tycho Brahe: Das Enfant terrible der Astronomie

Einer für alle – Wie sich Erhard Weigel für einen einheitlichen Kalender einsetzte


Pressekontakt

Dr. Sascha Salatowsky
Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt
Tel.: 0361/737-5562
Mail: sascha.salatowsky@uni-erfurt.de

Andrea Radtke
Universität Erfurt
Stabsstelle Hochschulkommunikation
Tel.: 0361/737-5022
Mail: andrea.radtke@uni-erfurt.de

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