Sektionen


Sektion 1: Die Erde steht still

Weltbild des Ptolemaios in Andreas Cellarius: Harmonia macrocosmica.

Weltbild des Ptolemaios in Andreas Cellarius: Harmonia macrocosmica. Amsterdam 1660.
FBG, Math. gr.2° 60/4, pars prior, zwischen S. 8-9 eingebunden.

Mit der Vorstellung der Erde als fixer, runder Körper, um den sich die Sonne und die Planeten drehen, versuchten sich die Menschen schon seit der griechischen Antike das zu erklären, was sie mit bloßem Auge am Himmel beobachten konnten. In Aristoteles‘ geozentrischem System bestand die Welt dabei aus einer dem Wandel unterliegenden Sphäre unterhalb des Mondes (sublunar) und einer kugelförmigen, gleichmäßig rotierenden, unveränderlichen Sphäre oberhalb des Mondes (supralunar). Claudius Ptolemaios passte dieses Modell soweit an… weiterlesen

 

 


Sektion 2: Revolution am Himmel

Copernicanisches Weltmodell in Andreas Cellarius: Harmonia macrocosmica

Copernicanisches Weltmodell in Andreas Cellarius: Harmonia macrocosmica. Amsterdam 1660. FBG, Math. gr.2° 60/4, pars prior, zwischen S. 22-23 eingebunden.

Das Weltmodell des Nicolaus Copernicus führte im 16. Jhd. zu einem der bedeutendsten Umbrüche der Wissenschaftsgeschichte. Es beinhaltete zwei revolutionäre Thesen: 1. Nicht die Erde, sondern die Sonne steht im Mittelpunkt des Universums. 2. Die Erde steht nicht still, sondern bewegt sich. Copernicus greift dabei Aussagen des Aristarch von Samos (ca. 310–230 v. Chr.) auf… weiterlesen

 

 

 


Sektion 3: Im Bann des Himmels

Johann Mattenberg. Sammlung von Horoskopen

Johann Mattenberg. Sammlung von Horoskopen als Teil einer astrologischen Vorlesung [ca. 1569 in Wittenberg (?)]. FBG, Chart. B 495, Bl. 296r-306v, hier Bl. 296r.

Der Himmel zog im 16. und 17. Jhd. nicht nur die Astronomen, sondern auch die Astrologen in seinen Bann. Aufgabe der letzteren war es, die Planeten- und Sternenkonstellationen zu deuten und persönliche Horoskope für den einzelnen zu erstellen. Die weissagende Astrologie blieb dabei jedoch umstritten. Insbesondere forderten ungewöhnliche Himmelserscheinungen wie Nebensonnen und Kometen die Deutungskunst einer religiös aufgeheizten Zeit heraus. Der Himmel verursachte… weiterlesen

Sektion 4: Der Astronomenkönig

Tycho Brahe und sein Mauerquadrant

Tycho Brahe und sein Mauerquadrant. Abbildung aus „Astronomiae Instauratae Mechanica“. FBG, Math-2-00056-21_A4v-A5r

Der dänische Astronom Tycho Brahe (1546–1601) brachte mit dem nach ihm benannten tychonischen Weltsystem ein Modell in die Astronomie der Frühen Neuzeit ein, das eine Zwischenstellung zu dem ptolemaiisch-geozentrischen und dem copernicanisch-heliozentrischen darstellte. Danach ruht die Erde weiterhin im Zentrum des Universums und wird von der Sonne und dem Mond umkreist. Alle anderen Planeten wiederum bewegen sich um die Sonne. Mit dieser Idee… weiterlesen

 


Sektion 5: Die Erde bleibt im Mittelpunkt

Giovanni Battista Riccioli. Almagestum novum

Giovanni Battista Riccioli. Almagestum novum. Bologna 1651. FBG, Math. 2° 37/2 (1,1/2), Frontispiz.

Das tychonische Weltmodell fand auch bei den Jesuiten starken Zuspruch. In diesem System fanden sie jenen Kompromiss, der die neuen astronomischen Erkenntnisse mit den Dogmen und Äußerungen der Bibel sowie der als normativ angesehenen aristotelischen Naturphilosophie in Einklang zu bringen vermochte. Dem römisch-katholischen Orden gehörten bedeutende Astronomen wie Christophorus Clavius (1538–1612), Christoph Scheiner (1573–1650), Giovanni Battista Riccioli (1598–1671) und Athanasius Kircher (1602–1680) an. Bemerkenswert ist, dass die Jesuiten… weiterlesen

 

 

 


Sektion 6: Gelehrte Netzwerke

Johannes Kepler. Brief an Stephan Gerlach

Johannes Kepler. Brief an Stephan Gerlach. Prag, 08./18. Juli 1609. FBG, Chart. A 407, Bl. 282r-v, hier: Bl. 282r.

Die Astronomen der Frühen Neuzeit standen in ständigem Kontakt zueinander und bildeten ein weit verzweigtes Gelehrtennetzwerk, über das sie miteinander korrespondierten und sich regelmäßig über die neuesten Beobachtungen und Erkenntnisse austauschten. So standen die Jesuiten, die stark in China und Indien missionierten und dort auch Astronomie betrieben, beispielsweise in Kontakt mit Johannes Kepler und Tycho Brahe in Prag sowie mit Galileo Galilei in Padua… weiterlesen

 

 

 

 


Sektion 7: Sternenbote und Mathematicus

Selbstporträt Johannes Kepler

Selbstporträt Johannes Kepler. FBG, Math-2-00050-02, Kupfertitel Ausschnitt.

Das neue heliozentrische Weltsystem fand auch im 17. Jahrhundert wenige Anhänger unter den Gelehrten. Neben ernsthaften wissenschaftlichen Zweifeln gab es vor allem im Blick auf Josua 10,12f. theologische Bedenken: Man leugnete den Wahrheitsgehalt dieses Modells, betonte stattdessen den hypothetischen Charakter der Astronomie und forderte die Verfechter zur Zurückhaltung auf. Wer dem nicht folgte, konnte Probleme bekommen. So erhielt Johannes Kepler hierzulande keine Professur… weiterlesen

 

 


Sektion 8: Himmelsspektakel und die Macht der Bilder

Kometenbahn. In: Stanisław Lubieniecki. Theatrum cometicum

Kometenbahn. In: Stanisław Lubieniecki. Theatrum cometicum. Amsterdam 1668. FBG, Math-2-00047-02_Tafel_051.

Die Astronomie versteht es wie kaum eine andere wissenschaftliche Disziplin, das Auge zu fesseln – das gilt zum einen für die am Himmel beobachtbaren Phänomene und zum anderen für die Darstellung des Gesehenen in Handschriften und Drucken. Gleichzeitig revolutionierte die Astronomie das Sehen an sich, indem sie astronomische und optische Geräte nutzte, die als „Verlängerung“ des Auges bisher Ungesehenes sichtbar machten, und zu einer neuen Sicht auf die Welt und… weiterlesen

 


Sektion 9: Der christliche Sternenhimmel

Sternbild Schwan als Kreuz Christi bei Julius Schiller: Coelum stellatum christianum

Sternbild Schwan als Kreuz Christi bei Julius Schiller. Coelum stellatum christianum. Augsburg 1627. FBG, Math 2° 60/3-01 S. 47.

Schon seit dem Mittelalter störten sich immer wieder Gelehrte an den heidnischen Bezeichnungen der Sternbilder. Hin und wieder gab es deshalb zaghafte Vorstöße, sie in christliche Motive umzuwandeln, zum Beispiel die Tierkreiszeichen durch die zwölf Apostel oder den Schwan durch das Kreuz Christi zu ersetzen. Doch erst 1627 kam es durch den Augsburger Augustinermönch Julius Schiller zu einer konsequenten Umwandlung der Sternbilder in einen „Christlichen Sternhimmel“… weiterlesen